TRAD WHYS? - Müssen wir da wirklich noch mal durch?
Pastellküche, Sauerteigbrot, Dauerlächeln durch Mutterglück. Willkommen in der Welt der »Tradwives«, die mit romantischen Darstellungen “traditioneller” Lebensmodelle Social media fluten.
Alles andere als harmlos: Hinter der vermeintlich glücklichen Fassade steckt ein Frauen- und Familienbild, das traditionelle Rollenverteilungen als idyllischen Lebensentwurf verkauft. Der Mann ist Ernährer und Familienoberhaupt, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder – und was nach freiwilliger Selbstverwirklichung aussieht, blendet Machtverhältnisse, Care-Arbeit und die Errungenschaften der Frauenbewegung aus. Gerade darin liegt die Verführungskraft des Tradwife-Trends: Er verspricht Orientierung, Sicherheit und ein vermeintlich einfaches Leben in einer Gegenwart, die von Überforderung, Polykriesen und widersprüchlichen Erwartungen geprägt ist. Dass solche Bilder zugleich von rechten Netzwerken aufgegriffen und politisch aufgeladen werden, zeigt, wie eng Lifestyle, Sehnsucht und Ideologie miteinander verbunden sind.
Zwei Performerinnen machen sich auf die Suche nach dem Reiz der »Tradwife«-Ideologie. Welchen Einfluss haben gesellschaftlicher Druck, internalisierte Rollenerwartungen, Überlebensstrategien und Sehnsüchte auf unsere Lebensentscheidungen?
Premiere: 01.10.2026 im Studiotheater Stuttgart
Konzeption & Text: Bosch / Robinson / Urban
Regie: Daniela Urban
Performance: Alessandra Bosch, Dawn P. Robinson
Die Produktion ist gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur BaWü und der Liebelt- Stiftung.